Chiropraktik

Die Chiropraktik gehört wie die Osteopathie zu der sogenannten manuellen Therapie. Die Vorstellung bei einem derartig großen Tier wie es das Pferd ist nur durch manuelle Einwirkung etwas zu verändern ist für den Laien nur schwer vorstellbar. Bis vor einigen Jahren habe ich genauso gedacht. Die Chiropraktik befasst sich ausschließlich mit der Stellung der einzelnen Knochen zueinander. Dazu zählen Befunde wie Beckenschiefstände, verkantete Halswirbel etc. Bei der chiropraktischen Behandlung wird an einer entsprechenden Lokalisation unter Ausnutzung von anatomischen Gegebenheiten ein Impuls an den Knochen gegeben, so dass die veränderte Position des Knochens korrigiert wird. Dies ist nur möglich, weil alle Knochenverbindungen in bestimmter Art und Weise ineinander passen. Wie ein Schlüssel in sein Schloss. Die Bänder und Muskeln verspannen diese Knochen miteinander. Ist nun z. B. ein Halswirbel leicht verkantet, so kann der Chiropraktiker diesen Wirbel so beschleunigen, dass die Bänder und Muskeln zum einen den Wirbel wieder in die korrekte Lage ziehen und zum anderen „rutscht“ der Wirbel aufgrund seiner Form wieder in die richtige Verbindung zu seinem Nachbarwirbel. Das heißt, es ist nicht ausschließlich die Kraft des Therapeuten, sondern die richtige Stelle und der richtige Impuls das Entscheidende. Daraus wird ersichtlich, dass der Chiropraktiker ein Pferd auf diese Weise nicht verrenken kann, da er nicht die Kraft hätte einen Wirbel aus seiner korrekten Lage herauszudrücken.

Anders wird das Ganze, wenn Hebel genutzt werden. Hebt man z. B. eine Gliedmaße auf und führt dann bestimmte Bewegungen aus, können gewaltige Hebelkräfte wirken. Besonders dann, wenn das Pferd Abwehrbewegungen ausführt. Ein guter Chiropraktiker wird genauso wie in der Humanmedizin nur dann einen Impuls ausführen, wenn das Pferd sich entspannt und die entsprechende Muskulatur vorgedehnt ist. Das heißt langsame, ruhige Bewegungen sind das wichtigste. Dabei ist auch das Umfeld sehr wichtig. In einer hektischen Stallgasse mit einem aufgeregten Pferd braucht man nicht anzufangen. Der Schaden wird größer als der Nutzen. Das Pferd kann anfangs unruhig sein, es muss sich aber unter der Untersuchung sichtbar beruhigen. Meistens wird der gute Chiropraktiker sich mit dem Pferd frei und alleine in der Stallgasse bewegen. Nur so ist das Pferd in der Lage sich auf die Untersuchung zu konzentrieren, und der Untersucher kann auch nur so Bewegungseinschränkungen überhaupt wahrnehmen.

Aus meiner Erfahrung heraus sind, wie beim Menschen auch, beim Pferd viele Bewegungsblockaden aus dem Skelettapparat ursächlich für Störungen im Bewegungsablauf. Leider sind aber häufig nicht die Bewegungsblockaden das Hauptproblem, sondern Schmerzen an anderen Stellen. Besonders deutlich wird dies bei den häufig diagnostizierten Beckenschiefständen. Nicht selten tritt der Fall auf, dass einem ein hinten lahmes Pferd vorgestellt wird mit einem eindeutigen Beckenschiefstand. Wird dieses Problem korrigiert läuft das Pferd nach zwei Tagen eventuell lahmheitsfrei. Wenige Tage später lahmt das Pferd plötzlich auf dem anderen Bein sehr deutlich. Was ist passiert?

Das Pferd hat seit längerer Zeit auf einem Bein Probleme, es verkrampft sich und zieht unbemerkt die gleichseitige Hüfte immer höher, um mit dem kranken Bein nicht vollständig Last aufnehmen zu müssen. Das Pferd wird immer schiefer bis die andere Hintergliedmaße nicht mehr frei durchfußen kann. Das Pferd entwickelt jetzt sichtbare Taktstörungen auf dem anderen Hinterbein. Korrigiert man nun den Beckenschiefstand kann die „gesunde“ Gliedmaße wieder frei fußen und das Pferd läuft deutlich besser. Kurze Zeit später fühlt das Pferd aber die erkrankte Gliedmaße wieder schmerzhafter, weil man die Kompensation über das schiefe Becken genommen hat und fängt nun hier wieder an zu lahmen. Daraus ergibt sich, genauso wie beim Menschen, dass nicht selten die chiropraktische Korrektur erst der Anfang einer Untersuchung sein kann.


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Immer wieder werde ich gebeten, im Rahmen meiner Praxistätigkeit, bestimmte Krankheiten des Pferdes ausführlicher zu erklären. So gerne ich das tun möchte, so häufig fehlt mir dazu einfach die Zeit. Deswegen werde ich in Zukunft auf dieser Seite häufig gefragte Themen ausführlicher beschreiben und ich hoffe ich kann damit allen Fragen gerecht werden.
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